Gruppenanalytische Psychotherapie

Gruppenanalytische Psychotherapie ist die Analyse der Gruppe durch die Gruppe. Analysieren meint, dass unbewusste Zusammenhänge gemeinsam untersucht werden – mit dem Ziel, unbewusste Konflikte aufzulösen, die Symptome, Leid und wiederkehrende Schwierigkeiten in Beziehungen verursachen.

Im Hier und Jetzt der Gruppe lässt sich zum Beispiel bei sich selbst und anderen erleben und beobachten, welche schwierigen Erfahrungen aus der Vergangenheit heute fortwirken.

Gruppenanalyse hilft dabei, sich selbst und Andere besser verstehen zu lernen und auf der Basis andere Umgangsweisen mit sich und der Welt zu entwickeln.

Wie läuft das ab?

Grundlage für den Prozess ist das freie Gruppengespräch – die Grundregel in meinen Gruppen dazu ist: Alle dürfen sagen, was sie möchten – niemand muss etwas sagen. Die Einladung ist, möglichst frei und ehrlich mitzuteilen, was durch den Sinn und die Sinne geht – Einfälle, Bilder, Gefühle, Phantasien, Körperzustände.

Um diese außergewöhnliche Form des Gesprächs zu ermöglichen gibt es die Schweigepflicht, die für alle in der Gruppe (auch nach Ausscheiden) gilt: Alles, was geteilt wird, bleibt im Gruppenraum. Außerdem sollen keine Beziehungen außerhalb des Gruppenraumes vertieft werden – sofern man sich doch einmal begegnet außerhalb, ist es wichtig dies in der Gruppe zu besprechen.

Welche Rolle spielt der Gruppenleiter?

Der Gruppenleiter ist wie ein Dirigent in einem Orchester oder einem Chor – er verhilft den verschiedenen Stimmen in der Gruppe dazu, zu Wort zu kommen.

Geschichte

Die gruppenanalytische Psychotherapie wurde von S.H. Foulkes begründet – einem deutsch-britischen jüdischen Psychiater und Psychoanalytiker, der 1933 vor den Nazis floh und ab 1942 in England das Verfahren der Gruppenanalyse entwickelte.

Es ist die heute in Europa am weitesten verbreitete Art der Gruppenpsychotherapie.

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